Modellbasierte Softwaretechniken für sichere Systeme (WS 2009/10) -
 Prof. Dr. Jan Jürjens

TU Dortmund, Wintersemester 2009/10
Modellbasierte Softwaretechniken für sichere Systeme
Spezial-Vorlesung Diplom/Master

Prof. Dr. Jan Jürjens

 

Vorlesung

Master: Modul-Beschreibung
Diplom: Schwerpunkte 1 (Software-Konstruktion) und 5 (Sicherheit und Verifikation)

Zeit und Ort der Vorlesung:  Montags, 14.00-16.00, GB IV Raum 322
Übung:  Montags, 12.00-14.00 im Raum 322, Jan Jürjens und Martín Ochoa

Beginn: 19.10.2009, Ende: 01.02.2009
Zu verlegende Termine (wg. Dienstreisen): 16.11.2009: vorgezogen auf Mo 02.11.: 12.00-14.00 Uhr. 14.12.2009: TBD. 01.02.2010: TBD
Gastvortragender: 23.11.2009, 14:15, GB 5, Raum 420 (Kolloquium): Prof. Dr. Peter Herrmann (Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim - Institutt for telematikk): Kollaborationsbasierte Entwicklung verteilter Systeme
Vorlesungsfreie Termine: 21./28.12.2009

Im Anschluss an die Vorlesung kann im März ein darauf aufbauendes Seminar besucht werden.

Überblick:

Entwicklung und Pflege vertrauenswürdiger, sicherheitskritischer Systeme sind große Herausforderungen. Es werden viele softwareintensive Systeme entworfen, realisiert und eingesetzt, die gravierende Sicherheitslücken aufweisen. Wir wissen das aus eigener Erfahrung und aus Schlagzeilen über spektakuläres Fehlverhalten von Systemen bzw. über erfolgreiche Angriffe auf sie. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manchmal fehlt den Entwicklern das notwendige Sicherheitsbewußtsein, oft fehlen die notwendigen Kenntnisse über die Entwicklungsprozesse, -methoden, -verfahren und -werkzeuge oder sie werden nicht eingesetzt, weil man sich den vermeintlich zu großen Zeit- und Kostenaufwand beim derzeitigen Konkurrenzdruck nicht leisten zu können glaubt. Beim Engineering oder Reengineering sicherheitskritischer Softwaresysteme stellen sich u.a. folgende Fragen:
  • Welche Methoden gibt es für ein umfassendes Risikomanagement, mit denen Experten aus den Geschäftsprozessen und Arbeitsabläufen eine vollständige Analyse der Sicherheitsrisiken durchführen und Vorschläge zu ihrer angemessenen Behandlung ableiten können?
  • Welche Methoden gibt es für das Engineering bzw. Reengineering sicherheitskritischer Systeme, für die Auswahl eines geeigneten Entwicklungsprozesses und geeigneter Werkzeuge sowie zur Qualitätssicherung?
  • Welche Werkzeuge gibt es, die z.B. die Geschäftsprozessmodelle, UML-Systemspezifikationen, Software-Quelltexte und Konfigurationsdateien automatisch auf Sicherheit analysieren können?
  • Kann man z.B. mit UML oder CASE-Werkzeugen wie AutoFocus Sicherheitsanforderungen einfach und intuitiv spezifizieren? Und gibt es Werkzeuge für Simulation, Konsistenzprüfung, Codegenerierung, Verifikation und Test der Sicherheitsaspekte?
  • Sind die erstellten Modelle als Dokumentation für die Zertifizierung nach relevanten Standards brauchbar?

Zielsetzung:

Die Vorlesung gibt Antworten auf diese Fragen. Die Teilnehmenden werden die Anforderungen an sicherheitskritische Systeme und die Bedrohungsarten verstehen. Sie erhalten einen Überblick über die vorhandenen Techniken zur Vermeidung von Sicherheitsrisiken und Abwehr von Bedrohungen. Sie werden die Besonderheiten beim Management sicherheitsrelevanter Softwareprojekte, den Nutzen von Sicherheitsaufwendungen und die einschlägigen Normen und Verordnungen kennen. Schließlich werden sie sich intensiv mit modellbasierten Techniken zur Entwicklung sicherheitskritischer Systeme sowie zur Analyse und zum Reengineering existierender Software beschäftigt haben, die damit gewonnenen Praxiserfahrungen einschätzen können, und einen Überblick über vorhandene Werkzeuge und deren Leistungsfähigkeit haben.

Folien zur Vorlesung (werden fortlaufend bereitgestellt):

  • Einführung (pdf)
  • Netzwerksicherheit und Kryptographie (pdf)
  • Modell-basierte Sicherheit mit UML (pdf)
  • Secure Architectures (pdf)
  • Kryptographische Protokolle (pdf) (zu A. 10a: Folie 6; zu A. 11: Axiome)
  • Elektronische Geldbörsen (pdf)
  • Biometrische Authentisierung (pdf)
  • Models vs. Code (pdf)

Inhalt:

Beispiele häufiger Sicherheitsprobleme

Sicherheitsgrundlagen

  • Sicherheitsanforderungen (Security)
  • Sicherheitsfunktionen (Authentifizierung u.a.)
  • Sicherheitskonzepte (Autorisierung u.a.)
Sicherheitsrisiken und Bedrohungen

Abwehrmechanismen

  • Kryptographie, Signaturen
  • Zutrittskontrolle, Berechtigungen
  • Netzwerksicherheit, mobile Systeme
  • Java und C Sicherheit
  • Smart Cards
Richtlinien und Normen für sichere Systeme
  • Common Criteria (ISO 15408)
Modellbasierte Techniken zur Entwicklung sicherer Systeme sowie zu Sicherheits-Analyse existierender Software
  • Vorgehensmodelle für die Entwicklung sicherer Systeme
  • Sicherheitskritische Geschäftsprozesse mit UML
  • Architektur-Sicherheitsanalyse: Secure Model-Driven Architecture
  • UML-Erweiterungen (UMLsec)
  • Engineering-Prinzipien für sichere Systeme
  • Sicherheits-Patterns und -Frameworks
  • Sicherheits-Analyse, -Validierung und -Verifikation mit UML und AutoFocus
  • Sicherheits-Code-Analyse
  • Automatisiertes Sicherheitstesten
  • Management sicherheitskritischer Berechtigungen
Werkzeuge für die Sicherheitsanalyse

Anwendungsbeispiele aus industriellen Projekten

  • Anwendungsdomänen: Banken, Versicherungen, e-Government, e-Commerce, e-Business
  • Bezahlsysteme auf Basis von Smart Cards
  • Biometrische Authentifikationssysteme

Literatur:

Feedback:

Wir haben großes Interesse an veranstaltungsbegleitendem Feedback, um auf Änderungswünsche gleich (und nicht erst im nächsten Semester) eingehen zu können. Bitte äußern Sie entsprechende Hinweise im Anschluss an eine Vorlesung, per email, oder auch über das anonyme Kontaktformular des Lehrstuhls (im letzeren Fall bitte die Veranstaltung erwähnen, auf die sich der Hinweis bezieht). Vielen Dank !

Studentische Arbeiten, Werkverträge:

Im Zusammenhang mit den in der Vorlesung behandelten Themen werden auch studentische Arbeiten und Werkverträge betreut bzw. vergeben.


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